Wahlkampf  mit  nackten  Kindern

Deutschland

Rudolf August Werner (31.03.1920 - 07.05.1996) war Unternehmer und Politiker. Im Alter von 26 Jahren trat Werner in die CDU ein und war von 1968 bis 1974 Vorsitzender des Kreisverbandes der CDU in Hannover.
1972 ließ sich Rudolf Werner von dem Werbefachmann und Fotografen Charles Wilp für den Entwurf eines Wahlplakates zur Bundestagswahl 1972 mit neun nackten Kindern fotografieren. Die Aufnahmen entstanden im September 1972 in dem Foto-Studio von Wilp in London. Gut zwei Stunden dauerten die Aufnahmen, bei denen jedes Kind umgerechnet 70 D-Mark als Honorar erhielt.
Die Intention von Werner und Wilp war ein Protest gegen die Abgase und auch gegen „falsche Ideen” - Ideen, die andere Parteien in ihrem Wahlkampf zu Grunde legten. Das Wahlplakat mit einer Auflage von 10.000 Stück stand unter dem Slogan: „Gib der Zukunft eine Chance”. Allerdings empfanden selbst die Parteifreunde das Plakat als „unsittlich und parteischädigend” und wurde durch das niedersächsische CDU-Landeslistengremium deshalb vom 9. auf den relativ aussichtslosen 23. Listenplatz verschoben.

 

Basis:
Grundlage für die Recherche: Bericht im zensur-archiv (www.zensur-archiv.de)

Quellen:
DER SPIEGEL - Ausgabe 39 und 43 / 1972
• Wikipedia → Rudolf Werner
• Wikipedia → Charles Wilp
• Bericht im → Zensur-Archiv

Bild:
Kandidaten-Foto für den Bundestagswahlkampf 1972 - © Charles Wilp

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