Rudolf  Zitzmann  Verlag

Rudolf  Michael  Zitzmann
Geboren am 2. August 1898 in Lauf an der Pegnitz
Gestorben: 29. Juli 1990

Nach seiner Schulzeit war Rudolf Zitzmann zwei Jahre als Soldat an der Westfront, wo er im Oktober 1918 verwundet wurde.
1919 begann er in der elterlichen Großhandlung eine Lehre und wurde danach verantwortlicher Mitarbeiter.

Im Frühjahr 1925 verließ Rudolf Zitzmann das väterliche Unternehmen, um mit dem Schweizer pädagogischen Schriftsteller
Werner Zimmermann und einigen weiteren Freunden aus der Jugendbewegung die Verlags- und Versandbuchhandlung
Die neue Zeit” zu gründen.

Im Herbst 1926 übernahm er dieses Unternehmen in Alleinbesitz und übersiedelte damit wieder in seine Geburtsstadt Lauf.
Das „Gesicht des Verlages” blieb über ein Jahrzehnt weitestgehend durch das Schaffen von Werner Zimmermann bestimmt.

Mit Schriften, wie „ Wohin führt uns der Nationalsozialismus ?” (Dr. Paul Diehl - 1930), „Das Problem unsrer Zeit” (Karl Walker)
und seiner ablehnenden Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus, geriet Rudolf Zitzmann ab Januar 1933 zunehmend in
Schwierigkeiten.

Auch die schweizerische FKK-Zeitschrift „die neue zeit”, welche damals in Leipzig gedruckt und von Rudolf Zitzmann auch in
Deutschland vertrieben wurde, fiel dem Verbot der Nationalsozialisten (was den Vertrieb in Deutschland betraf) zum Opfer.
Für die Schweiz durfte die Zeitschrift weiterhin in Leipzig gedruckt werden und Rudolf Zitzmann ließ sich von diesem Verbot
nicht beeindrucken und verbreitete sie weiterhin heimlich in Deutschland.
Auch führte Rudolf Zitzmann die von ihm selbst verlegten TAO-Monatsblätter, die 1936 verboten wurden, noch bis zu seiner Verhaftung im Juni 1938 weiter. Der Verlag wurde von
den Nationalsozialisten vollständig vernichtet. Rudolf Zitzmann kam ins Konzentrationslager, verbrachte fünf Jahre und fünf Monate im KZ Dachau, im KZ Sachsenhausen, dem
Zellengefängnis Nürnberg und im KZ Flossenbürg - vollkommen unerwartet wurde Rudolf Ende 1943 mit schweren körperlichen und gesundheitlichen Schäden entlassen.

Ihm wurde die „Wiederherstellung der Wehrtüchtigkeit” auferlegt, welcher er sich jedoch widersetzte, worauf ein neuer Gestapo-Haftbefehl ausgestellt wurde. Die Vollstreckung
scheiterte zum Glück am Widerstand des Landrates und nicht zuletzt an den vorrückenden alliierten Truppen.

Im Frühjahr 1946 erfolgte der Neuaufbau des Verlages aus dem Nichts. Rudolf Zitzmann gründete „Die Gefährten”, eine Monatsschrift, die nach einem Auflage-Verbot der
Militärregierung letztendlich 1950 eingestellt werden musste. Zuvor, im Herbst 1949, brachte Rudolf Zitzmann noch „Sonnenstrahl”, Schriftreihe für natürliche Lebensgestaltung,
auf den Markt. Ab Heft 26 (Oktober 1952) wurde aus „Sonnenstrahl” dann „HELIOS”, unabhängige Monatsschrift für naturnahe Lebenskultur. „Sonnenstrahl” war über Jahre die
erste und alleinige FKK-Zeitschrift mit in Kupfertiefdruck hergestellten Bildteilen.

Das »:Schmutz- und Schundgesetz« ist ein neuerlicher Tiefschlag für Rudolf Zitzmann und seinen Verlag, doch die Auslands-Auflagen von „HELIOSretteten ihn. Die Zeitschrift
erschien in Dänemark, in Schweden, in der Schweiz, in den Niederlanden, in Österreich und in den USA.

HELIOS” erschien mit einer Lücke von 3 Ausgaben von Heft 1 bis Heft 180 (1966).
Neben „HELIOS” gab Rudolf Zitzmann noch die FKK-Zeitschrift „EOS” heraus, an welcher Adolf Koch (Berlin) zeitweise als Schriftleiter mitwirkte.
Lauf bei Nürnberg, im Verlag erschienen
Helios
Eos
Adolf Koch Hefte
Weitere Sonderhefte

Quellen:
• HELIOS Nr. 100
• Wikipedia

Aktualisierungen:
27.01.2019 → Rudolf Zitzmann
04.05.2018 → „Jugend und Sexualität”